"Wir wollen diese Chance nutzen, um endlich den Beruf des Osteopathen/ der Osteopathin in Österreich zu schützen | The International Academy of Osteopathy IAO
 

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"Wir wollen diese Chance nutzen, um endlich den Beruf des Osteopathen/ der Osteopathin in Österreich zu schützen

09/11/2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In den vergangenen Tagen konnte sich die Osteopathie in den österreichischen Medien großer Präsenz erfreuen. Grund dafür ist ein Vorschlag für einen neuen Entwurf im Ärztegesetz, der es Ärzten vorbehalten soll alternativ- und komplementärmedizinische Heilverfahren anwenden zu dürfen. Mit dieser relativ großen Formulierung wäre somit auch die Osteopathie von dieser Gesetzesänderung betroffen.

Ziel des Vorschlages ist es Scharlatanerie vorzubeugen, was vom Grundgedanken her durchaus sinnvoll, jedoch in dieser Umsetzung im Falle der Osteopathie so nicht tragbar ist. In Österreich sind ca. 10% der Osteopathinnen und Osteopathen mit fundierter, langjähriger Ausbildung in diesem Bereich Ärzte, der Rest sind Angehörige anderer Gesundheitsberufe. Schon allein aus diesem Grund könnte der Bedarf an osteopathischer Betreuung für 8 Millionen Einwohner nicht annähernd gedeckt werden.

So wie es derzeit formuliert ist, hieße es, dass Osteopathie nur noch von Ärzten durchgeführt werden kann, unabhängig davon wie lange die weitere Ausbildung (derzeit sind in Österreich die IAO und WSO nach entsprechenden Standards zertifizierte Ausbildungsstätten, die Komplettausbildungen anbieten) zum Osteopathen/ zur Osteopathin stattgefunden hat. Dies gefährdet die Glaubwürdigkeit unseres Berufes. Abgesehen davon, ist es auch momentan nur eingeschränkten Gruppen von Ärzten vorbehalten osteopathisch zu arbeiten, die meisten Fachärzte sind nicht dazu befugt.

Um all dem entgegenzuwirken und dabei nicht die begrüßenswerte Grundidee des Gesetzesentwurf nichtig zu machen, ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem es ganz besonders wichtig ist, den Beruf zu schützen und Richtlinien zu schaffen, die eine Berufsanerkennung mit sich bringen, somit dem Trend in Europa zu folgen und unseren Patienten und Patientinnen Schutz vor unseriösen Behandlungen zu gewährleisten.

Zu diesem Zweck haben wir, als der Vorstand der österreichischen Gesellschaft für Osteopathie, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um öffentlich Stellung zu dem Vorhaben des Gesetzesentwurfes zu nehmen und auch das Interesse der Medien und somit aller Personen die diesen folgen, zu erwecken. Wir wollen diese Chance nutzen, um endlich den Beruf des Osteopathen/ der Osteopathin in Österreich zu schützen und hoffen auf die Unterstützung aller Kollegen und Kolleginnen, auch im Sinne eines mitgliederstarken Verbandes.

Für nähere Informationen, der offiziellen Stellungnahme der OEGO, Protokoll der Pressekonferenz,... lohnt sich ein Blick auf www.oego.org .

Wir sind sehr froh in dieser Sache auch auf die Unterstützung der IAO vertrauen zu können.

Mit den besten Grüßen

Carina Ossberger, MSc. Ost.
Dozentin IAO, Mitglied des Vorstandes der OEGO